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Die Fondation Jérôme Seydoux-Pathé

von Melle Bon Plan
Veröffentlicht: Aktualisiert:

Die im Jahr 2014 für die Öffentlichkeit eröffnete Fondation Jérôme Seydoux-Pathé unter dem Vorsitz von Sophie Seydoux, die sich der Erhaltung und Aufwertung des historischen Erbes von Pathé widmet, ist ein absoluter Pflichtbesuch für Filmliebhaber. Sie hat sich in meinem Viertel an der Avenue des Gobelins niedergelassen – genau dort, wo sich früher ein Veranstaltungsort befand, das Théâtre des Gobelins, in einem neuen, 2.200 m² großen Gebäude, das von dem italienischen Architekten Renzo Piano entworfen wurde.

Zur Geschichte: Das 1869 vom Architekten Alphonse Cusin erbaute Théâtre des Gobelins war ein sehr aktiver kultureller Ort im 13. Arrondissement von Paris. Seine heute noch erhaltene Fassade, ein Werk von Auguste Rodin, steht übrigens unter Denkmalschutz. Das Theater, das später in ein Kino namens Gaumont Gobelins-Rodin umgewandelt wurde, schloss seine Türen im Jahr 2003. Die Fondation Jérôme Seydoux-Pathé bietet heute zahlreiche Aktivitäten und ein sehr reichhaltiges Filmprogramm zu spezifischen Themen an.

Zeitgenössische Fassade der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé mit Bäumen im Vordergrund.

Fondation Jérôme-Seydoux Pathé

73 avenue des Gobelins 75013 Paris

Link zur Website der Stiftung

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Architekturführung durch das Gebäude von Renzo Piano

Hinter der Fassade von Auguste Rodin hat der Architekt Renzo Piano eine fünfstöckige Hülle errichtet, die mit 7.000 Schutzlamellen verkleidet ist. Die Führung lädt dazu ein, das Gebäude mit einem Guide zu entdecken, der sowohl die Entstehungsgeschichte des Baus als auch die Details seiner Architektur vorstellt. Am Ende des Rundgangs wird im Saal Charles Pathé ein 26-minütiger Film gezeigt. Er hilft dabei, die Geschichte des Baus dieses außergewöhnlichen Gebäudes zu verstehen, das aus einer siebenjährigen Zusammenarbeit zwischen Renzo Piano und der Stiftung hervorgegangen ist. Jedes Woche wird eine Führung organisiert, um die Schätze der Gesellschaft Pathé und das Werk von Renzo Piano zu entdecken.

Das kleine Extra: der Zugang zum obersten Stockwerk der Stiftung, das unter der Woche Forschern und Studenten vorbehalten ist und von dem aus man die mittlerweile berühmte „Glashülle“ bewundern kann, die für den Stil des italienischen Architekten charakteristisch ist.

Zeitgenössische Fassade der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé mit Eingang und Besuchern.
Plakate von Pathé Frères: Roméo, Prince und Nick Winter, ausgestellt in der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé.
Innenhof der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé mit verglaster Terrasse und einer Birke.

Architekturführungen jeden Samstag um 12 Uhr

Preis der Führung: 7 € / ermäßigt 4,50 €
Dauer der Führung: 1 Stunde

Online-Reservierung über die Website der Stiftung


Besuch der Galerie der Apparate

Dieser Besuch ist für jeden Besucher, der eine Kinovorführung der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé besucht, frei zugänglich, aber die Galerie der Apparate kann auch jeden Donnerstag um 15 Uhr in Anwesenheit eines erfahrenen Guides besichtigt werden. Ohne Aufpreis ermöglicht diese Führung ein gutes Verständnis der Geschichte der 150 in der Galerie ausgestellten kinematografischen Apparate, ihrer Funktionsweise und ihrer Entwicklung von 1897 bis in die 1980er Jahre.

Zwei alte SOM-BERTHIOT-Filmkameras, ausgestellt in der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé.
Alte Filmprojektoren und Filmrollen, ausgestellt in der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé.

Galerie der Apparate

Führungen jeden Donnerstag um 15 Uhr

Außerhalb der Schulferien und an Feiertagen

Preis für die Führung und eine Filmvorführung: 6,50 € / Ermäßigt (Studenten, Senioren ab 65 Jahren) 5 € / Kind (unter 14 Jahren) 4 €


Ausstellungen/Programme

Diese Ausstellung ist den Hintergründen der Drehbücher und Filmsets von Jean-Jacques Annaud gewidmet, einem französischen Filmemacher, den ich sehr schätze und dessen Filme ich schon immer sehr bewundert habe. Die meisten von ihnen haben mich tief geprägt, wie Der Liebhaber, Am Anfang war das Feuer oder auch Der Name der Rose. Wenn Sie ein Fan seines Kinos sind, bietet diese Ausstellung wirklich die Gelegenheit, in das Making-of einzutauchen und die Entstehungsgeheimnisse von Jean-Jacques Annauds Filmen zu entdecken – extreme technische Herausforderungen sowie die Kartografie dieses Regisseurs ohne Grenzen.

Kostüme und Skulpturen, ausgestellt bei der Jean-Jacques-Annaud-Ausstellung in der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé.

Die unsichtbare Baustelle: Hinter den Kulissen der Filme von Jean-Jacques Annaud

Vom 20.03.2026 bis zum 31.10.2026 (Ausstellung vom 11. Juli bis zum 1. September geschlossen, Wiedereröffnung am 2. September)

Preise: 7 € / Ermäßigt (Studenten, Senioren ab 65 Jahren) 5,50 € / Kind (unter 14 Jahren) 4,50 €

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Vom 22. März bis zum 15. Juli 2023 ehrt die Fondation Jérôme Seydoux-Pathé das literarische Genie von Alexandre Dumas durch eine Filmreihe und eine neuartige Ausstellung, Alexandre Dumas auf der Leinwand. Diese Feier findet anlässlich des Kinostarts des lang erwarteten Films Die drei Musketiere: D’Artagnan von Martin Bourboulon statt, der für den 5. April 2023 geplant ist (zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen habe ich den Film noch nicht gesehen, aber ich kann es kaum erwarten).

Die Ausstellung, die den Verfilmungen von Dumas‘ Werken gewidmet ist, zeigt zahlreiche Dokumente und Filmausschnitte sowie Kostüme, Fotografien und mehr… Es ist eine Gelegenheit, in die Welt dieses Meisters der Literatur einzutauchen, dessen Romane Filmemacher auf der ganzen Welt inspiriert und die größten Stars ihrer Zeit (Gene Kelly, Isabelle Adjani, Leonardo DiCaprio usw.) zum Strahlen gebracht haben. Man ist sehr schnell fasziniert von dem beeindruckenden Reichtum der filmischen Adaptionen von Dumas‘ Werken. Ob in einem komischen oder eher dramatischen Stil, in zahlreichen Ländern entdeckt man, dass seine Geschichten ein weltweites Publikum berühren konnten.

Schließlich runden Sonderveranstaltungen (Die drei Musketiere von George Sidney und später von André Hunebelle, Der Turm von Nesle von Noël Herpe etc.) und Fachvorträge das Event ab. Die Stiftung bietet außerdem Workshops für ein jüngeres Publikum sowie eine Cine-Show „Cinéfables“ an. Ich kann euch diese Ausstellung daher wärmstens empfehlen, da sie die faszinierende Universalität des Werks von Alexandre Dumas aufzeigt.

Ausstellung Alexandre Dumas auf der Leinwand Fondation Jérôme Seydoux-Pathé, Bildschirm mit Film.

Alexandre Dumas auf der Leinwand

Vom 22. März bis 15. Juli 2023

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Jedes Mittel war recht, um das Kino überall im Land zu etablieren. So entwickelte Pathé in den 1920er Jahren einen kleinen, sehr transportablen und einfach zu bedienenden Projektor, der das Vorführen von Filmen auf 17,5-mm-Film (das ist die Hälfte eines klassischen 35-mm-Films) an Orten ermöglichte, die eigentlich nicht für Filmvorführungen ausgerüstet waren (Cafés, Empfangsräume usw.).

Diese kleine Ausstellung über zwei Etagen – eine davon ist Projektoren, Zeitschriften und anderen Dokumenten über Pathé-Rural gewidmet, während die andere hauptsächlich Plakate zeigt – taucht in die faszinierende Welt der Begeisterung für das Kino zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Hinter dem Wunsch der Behörden, das Kino in ganz Frankreich zu fördern, verbirgt sich zweifellos auch ein kommerzielles Interesse von Pathé. Nichtsdestotrotz ermöglichte dieser kleine Projektor in diesen provisorischen Kinosälen vielen Menschen, das Kino und die großen Filme ihrer Zeit (sowie die Wochenschauen) zu entdecken. Sehr zu empfehlen!

Ausstellung Pathé-Rural, das Kino auf dem Land

Vom 21. April bis 13. Juli 2022

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Ab dem 7. Oktober 2021 rückt die Stiftung einen unbekannten Set-Fotografen in den Vordergrund: Henri Caruel, der von 1943 bis 1953 die sehr spezielle Kunst der Stereoskopie bei Dreharbeiten ausübte. Was verbirgt sich hinter diesem komplizierten Wort? Ganz einfach eine Technik, um Bildern einen 3D-Effekt zu verleihen (ja, 3D gibt es schon sehr lange!). Um das mit dieser Technik aufgenommene Foto zu sehen, „muss“ man nur durch ein Stereoskop blicken und fertig!

Abgesehen von dem rein technischen Aspekt beweist Henri Caruel einen wunderbaren visuellen Sinn durch das Spiel mit Perspektiven und eine Liebe zum Detail. Diese kleine Ausstellung beleuchtet somit einen talentierten, aber leider vergessenen Fotografen und ermöglicht es uns Besuchern, in die Welten von Kinder des Olymp (Les Enfants du Paradis) oder Pforte des Himmels (Les Portes de la nuit) einzutauchen.

Besonderes Extra: Ihr könnt auch von einer Sonderführung mit Frühstück und Entdeckung der Ausstellung profitieren!

Ausstellung Henri Caruel Stereoskopie des Kinos in der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé.
Plakate der französischen Filme "Seul dans la nuit" und "Fille du diable", ausgestellt in der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé.

Ausstellung Henri Caruel

Vom 7. Oktober 2021 bis 1. Januar 2022

Preise: 7 € / Ermäßigt (Studenten, Senioren ab 65 Jahren) 5,50 € / Kinder (unter 14 Jahren) 4,50 €

Frühstück / Ausstellungsbesuch: Genießen Sie morgens ein Frühstück im Studio, gefolgt von einer Führung durch die Ausstellung „Henri Caruel“ durch Mitglieder des Sammlungsteams der Stiftung.

Von 9:00 bis 9:30 Uhr: Empfang und Frühstück / 9:30 Uhr: Führung (ca. 45 Min.)

Preis 12 € nach Reservierung

Nächste Termine: 20.10., 10.11., 24.11., 01.12., 15.12.

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Nach jahrelanger Arbeit ist es der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé, Lobster Films und Arte gelungen, alle Kurzfilme (bis auf einen) einer der Säulen der Komödie zu restaurieren: Buster Keaton.

Zusätzlich zu einer Neuausgabe als DVD-Box und der baldigen Ausstrahlung auf Arte ist es möglich, die Kurzfilme vom 19. Dezember bis zum 5. Januar 2016 als Cine-Konzert auf der großen Leinwand in der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé zu erleben. Jede Vorführung wird zudem von einem Pianisten aus der Improvisationsklasse von Jean-François Zygel begleitet, der live im Saal spielt. Das ist die ideale Gelegenheit, das unnachahmliche Talent des Mannes (wiederzu)entdecken, von dem man sagte, dass er niemals lächelte, der aber dennoch bis heute die Menschen zum Lächeln und lauten Lachen bringt.

Buster Keaton und Braut verloren vor Auto „Just Married“ für Cine-Konzert.

Stummfilmkonzerte mit Buster Keaton

Vom 19. Dezember 2015 bis zum 5. Januar 2016

Preise: regulär 6,50 € / ermäßigt (Studierende, Senioren ab 65 Jahren) 5 €  / 1 Ticket berechtigt zum Eintritt zu 1 Filmvorführung + Ausstellungsbereichen

Fotocredits: Nicolas Diolez und Mademoiselle Bon Plan
Fotos nicht lizenzfrei, Genehmigung des Fotografen vor jeglicher Verwendung erforderlich

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